„Schon optisch wird der Unterschied zwischen Boyer und seinen Zuhörern deutlich: hier der französischstämmige Religionsanthropologe, der auf erfrischend unverkrampfte Art über religiöse Fragen nachdenkt; dort die deutschen Fachleute, die sich an die althergebrachte akademische Ordnung halten und das vielschichtige Thema Religion streng in theologische, soziologische und philosophische Aspekte trennen. Da wirkt ein Forscher wie Boyer, der über solch disziplinäre Grenzen hinausdenkt, wie ein auf einem Pfarrgemeindefest. Für zwei Wochen ist der Professor für » kollektives und individuelles Gedächtnis « von der Washington University in St. Louis nach Frankfurt gekommen, als Fellow ans hiesige Institut für Religionsphilosophische Forschung.“