„Der Begriff Alexithymie wurde von Peter Sifneos in den 70er Jahren geprägt, als man bei Epileptikern nach der Lobotomie feststellte, dass sie danach emotional ratlos wirkten. Emotionsforscher bezeichnen dieses Phänomen als emotionales Analphabetentum oder Gefühlsblindheit, denn wenn solche Menschen über Gefühle reden, klingt das, als ob Blinde beschreiben, wie schön ein Sternenhimmel ist. Gefühlsblinde empfinden meist weder Trauer noch Freude, wobei für das soziale Umfeld dieser Gleichmut unter Umständen sehr schwer zu ertragen ist. Bei der Alexithymie - einem in der Psychologie bisher eher wenig erforschten Phänomen - zwischen verschiedenen Ausprägungsgraden unterscheiden, denn zum einen gibt es alexithyme Menschen, die keine Schwierigkeiten damit haben, zum anderen gibt es alexithyme Menschen, die sowohl körperliche als auch psychische krankhafte Symptome zeigen. Eine Forschungsrichtung beschäftigt sich demnach hauptsächlich mit repräsentativen Studien der Verbreitung der Alexithymie in der Bevölkerung, während andere sich mehr den Betroffenen widmen, die mit Problemen in Verbindung mit Alexithymie zu tun haben, wobei stets zunächst abzuklären ist, inwieweit Alexithymie bei diesen Personen eine krankheitsvermittelnde Komponente besitzt.“